PERSPEKTIVEN WOLLEN VERNETZT WERDEN

UND

WARUM MEIN KÖRPERCOACHING GANZHEITLICH IST

PERSPEKTIVEN WOLLEN VERNETZT WERDEN (2).

Als ich ein Kind war, bat mich meine Mutter immer wieder einmal, ein sehr verwickeltes Wollknäuel, das ein Konglomerat aus verschiedenen Wollknäueln war, zu entwirren. Ich lockerte einen Faden bis es nicht mehr weiterging, ließ diesen Knoten Knoten sein und arbeitete an einem anderen Faden, der sich leichter vom Gewirr löste. Als es dort wieder unlösbar schien, suchte ich einen weiteren Zugang und stellte fest, dass sich in der Zwischenzeit der Knoten des ersten Fadens ohne mein bewusstes Zutun verändert hat, so dass ich dort fortsetzen konnte…

 

Netzwerk Mensch, dessen Verflochtenheit der vielen Funktionskreise nie eindeutig durchschaubar ist:

(Trotzdem kann man bei der Lösung eines Problems einmal dort anfangen, wo es relativ leicht geht und dann überlegen welcher nächste Schritt angebracht oder wieder relativ leicht geht. Kleine Schritte führen auch zum Ziel)

 

Ein Symptom ist meistens die Summe aus mehreren Faktoren und sollte in jedem Fall aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Das heißt, man muss sich das ganze System anschauen, an dessen Grundlagen bestmöglichste Veränderungen versuchen und dem Menschen in seinem gesamten Dasein Anregungen anbieten, und zwar aus allen unterstützenden Therapieansätzen. Schließlich ist jede/r für anderes bereit.

 

Die Verbindung der unterschiedlichen Therapieansätze ist keine Aneinanderreihung, sondern eine Vernetzung. Faktoren wie Schwerkraft, Imagination, Statik, Selbstbewusstsein, Spannung, Atmung oder Stimme des Menschen sind voneinander abhängige Teile desselben Systems. Geht es zum Beispiel um mehr Substanz und Klarheit in der Stimme, wird eine Fußmassage, eine aufrechte Haltung, die Belebung der Wirbelsäule, die Verlängerung der Ausatmung und ein Gespräch über Einschüchterungen in der Schulzeit nicht nur Auswirkungen auf die Stimme haben, sondern auch auf Rückenverspannungen. Ein Mensch ist ein organisches Wesen und entwickelt sich plastisch, nicht linear, vergleichbar mit der Ausbreitung von Wärme, die richtungsunabhängig ist. Schönheit  ist ein Zusammenspiel von Haltung, Bewegung, Rhythmik, Spannung, Gelassenheit, Stimme, Geist, Präsenz etc. Optik ist nur ein Faktor von vielen.

 

Wir sind ein Teil des Ganzen, aber auch das Ganze selbst.                                                               Essay, 2003